15 Fragen zu Beschwerden der Wechseljahre

15 Fragen zu Beschwerden der Wechseljahre

15. Juli 2026 Seite drucken

Wie sie die Wechseljahre erlebt, darauf hat jede Frau Einfluss. Ob als Krise oder als ein goldenes Zeitfenster für Veränderung und Neubeginn.


Der weibliche Körper durchläuft in den Wechseljahren hormonelle Veränderungen, die bei vielen Frauen zu Hitzewallungen, nächtlichem Schwitzen, Schlafstörungen und vielen weiteren Beschwerden führen. Zu ihrer Linderung bedarf es keineswegs zwangsläufig einer Therapie mit Hormonen. Es gibt viele Möglichkeiten, ganzheitlich anzusetzen und die Beschwerden der Wechseljahre mit natürlichen Mitteln und Anpassungen des Lebensstils zu lindern. Lesen Sie dazu unsere 15 Fragen und Antworten! Vorab eine kurze Begriffsklärung:

Wechseljahre: die durchschnittlich 7 Jahre der hormonellen Umstellung.
Menopause: Zeitpunkt der letzten Menstruation, sicher datierbar erst im Nachhinein (nach 1 Jahr ohne Menstruation).
Prämenopause: ein variabler Zeitraum vor der letzten Menstruation.
Perimenopause: ein variabler Zeitraum von der Prämenopause bis zu 1 Jahr nach der letzten Menstruation.
Postmenopause: ein variabler Zeitraum nach der letzten Menstruation

1. Kommen alle meine Beschwerden vom Östrogenmangel?

Nein, die Abnahme der Eierstockfunktion führt zu einer allgemeinen Reduktion von Sexualhormonen. Ein isolierter Östrogenmangel ist selten. Gerade anfangs, in der frühen Prämenopause, ist nicht der Östrogenmangel das Problem, sondern das Absinken des Progesterons.

Durch die altersbedingte Abnahme der Eizellreserve kommt es zu weniger Eisprüngen, infolgedessen zu einer Abnahme der Gelbkörperbildung und auch zu einer Reduktion des Gelbkörperhormons Progesteron. Wir haben zu Beginn der Wechseljahre also häufig einen Mangel an Progesteron bei gleichzeitiger Östrogendominanz. Dies hat Auswirkungen auf den Menstruationszyklus und kann zu PMS führen.

2. Sind Laboruntersuchungen nötig, um Hormondefizite zu bestimmen?

Nur selten, denn in der Regel ermöglichen das ärztliche Gespräch und die fragebogenbasierte Erfassung der Symptome (Hitzewallungen, Schweissausbrüche, Stimmungsschwankungen, Schleimhauttrockenheit usw.) eine eindeutige Diagnose.

Hormonabklärungen drängen sich nur auf, wenn Zweifel an der Diagnose aufkommen oder man herausfinden will, warum eine Hormonersatztherapie nicht anschlägt. Eine routinemässige Bestimmung von Hormonwerten im Labor ergibt hingegen keinen Sinn, zumal die Referenzwerte von menstruierenden Frauen genommen sind. Es gibt gar keine Normwerte für die Wechseljahre.

Allenfalls kann es sich aber lohnen, die Schilddrüsenhormone im Labor zu bestimmen.

3. Woran merke ich, dass ich in den Wechseljahren bin?

An vielen Anzeichen. Das Spektrum der möglichen Symptome umfasst diverse körperliche und psychische Beschwerden, wovon die offiziellen Fragebögen (geordnet nach Häufigkeit, beginnend mit den häufigsten) die folgenden erfragen:

  • Hitzewallungen, Schweissausbrüche
  • Herzbeschwerden: Herzklopfen, Herzrasen, Herzstolpern, Herzbeklemmungen
  • Schlafstörungen: vor allem Durchschlafstörungen und zu frühes Aufwachen
  • Depressive Verstimmung: Mutlosigkeit, Traurigkeit, Weinerlichkeit, Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen
  • Reizbarkeit: Nervosität, innere Anspannung, Aggressivität
  • Ängstlichkeit: innere Unruhe, Panik
  • Erschöpfung: allgemeine Leistungsminderung, Gedächtnisminderung, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit
  • Sexualprobleme: Veränderungen des sexuellen Verlangen, der sexuellen Aktivität und Zufriedenheit, Abnahme der Libido
  • Harnwegsbeschwerden: Beschwerden beim Wasserlassen, häufiger Harndrang, unwillkürlicher Harnabgang
  • Scheidentrockenheit, Beschwerden beim Geschlechtsverkehr
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Gewichtszunahme
  • Kopfschmerzen
  • Hautveränderungen

Was die Fragebögen nicht erfassen, sind Anzeichen der geistigen Neuausrichtung. Viele Frauen stellen unter dem Einfluss der hormonellen Veränderungen Sinnfragen und sehnen sich nach Veränderungen im Leben. Eine ganzheitliche Frauenmedizin ist hellhörig für diese geistig-biografische Dimension der Wechseljahre.

4. Wie viele Frauen sind betroffen?

Von vier Frauen erlebt eine nur geringfügige oder gar keine Beschwerden, erleben zwei leichte bis starke Beschwerden (die behandelt werden können, aber nicht müssen) und leidet eine unter sehr starken Beschwerden, die eine medizinische Behandlung erfordern.

5. Soll ich in den Wechseljahren meinen Lebensstil anpassen?

Ja, den Lebensstil anzupassen, bringt auf jeden Fall etwas. Dies bestätigen mittlerweile viele wissenschaftliche Studien im Bereich der Lebensstilmedizin. Der Nutzen liegt nicht nur in der Linderung der Beschwerden, sondern auch darin, das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen zu senken. Zu den wichtigsten Empfehlungen der Lebensstilmedizin zählen:

  • sich regelmässig zu bewegen
  • sein Gewicht zu kontrollieren
  • sich gesund und naturbelassen zu ernähren
  • ausreichend zu schlafen
  • soziale Kontakte zu pflegen
  • sich von Alkohol, Drogen und Tabak fernzuhalten
  • seine mentale Gesundheit zu stärken

6. Ist es wirksam und sicher, sich Hormone zuzuführen?

Grundsätzlich ja. Grosse Studien bestätigen, dass Hormonersatztherapien wirksam und sicher sind. Was die verbreitete Sorge vor hormonabhängigen Tumorerkrankungen angeht, muss man darauf hinweisen, dass Bewegungsmangel, Übergewicht, das Rauchen oder ein übermässiger Alkoholkonsum bei Frauen zwischen 50 und 70 Jahren viel grössere Risiken für Brustkrebs bergen als Hormone.

Allerdings kommt eine Hormonersatztherapien in vielen Fällen gar nicht in Frage. Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, bei denen davon dringend abgeraten werden muss. Dazu zählen namentlich Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Brustkrebs und alle anderen Tumorerkrankungen, Leberkrankheiten und Gefässerkrankungen.

Das bedeutet, dass man den Nutzen und das Risiko einer Hormonersatztherapie individuell sehr sorgfältig abwägen muss. Angezeigt ist sie im Grunde nur bei einer vorzeitigen Menopause, oder wenn die Beschwerden der Wechseljahre die Lebensqualität massiv beeinträchtigen.

Gemäss Leitlinien sollte eine Hormonersatztherapie mit der niedrigsten wirksamen Dosis erfolgen. Sie muss regelmässig reevaluiert werden und erfordert jährliche Kontrolltermine zur Untersuchung der Gesundheit von Brust und Gebärmutter.

7. Sind bioidentische Hormone besser als synthetische?

Bioidentische Hormone werden gewöhnlich aus Pflanzen wie der Yamswurzel oder Soja gewonnen und chemisch modifiziert, bis sie mit menschlichen Hormonen strukturell identisch sind. Bioidentische Hormone sind also weder «bio» noch Naturprodukte. Sie basieren zwar auf pflanzlichen Ausgangsstoffen, aber sind Laborfabrikate.

Die zugelassenen bioidentischen Hormone sind wie die herkömmlichen synthetischen Hormone in grossen randomisierten Studien gründlich untersucht worden. Nutzen und Risiken beiderlei Hormone lassen sich relativ gut quantifizieren. Womöglich haben bioidentische Hormone hinsichtlich unerwünschter Langzeitwirkungen ein etwas besseres Sicherheitsprofil als synthetische Hormone, aber die Studienlage speziell zu diesem Punkt ist noch nicht ausreichend.

Sicher aber kann man bioidentische Hormone als ethisch besser bezeichnen. Denn synthetische Hormone werden meist aus dem Urin dauerträchtiger Stuten gewonnen und sind mit Tierleid verbunden.

Wichtiger Hinweis: Seien Sie vorsichtig bei Hormon-Coaches. Jede Hormontherapie, ob synthetisch oder bioidentisch, gehört in ärztliche Hände.

8. Was bietet die Anthroposophische Medizin bei Beschwerden der Wechseljahre?

Eine Menge. Viele Optionen bieten äussere Anwendungen wie Wickel, Bäder und rhythmische Massagen, die in der Anthroposophischen Pflege in hohen Ehren gehalten werden. Diese Verfahren vermögen den Hormonstoffwechsel über das Stoffwechsel- und Berührungsorgan Haut zu beeinflussen.

Weitere Ansätze bieten die Heileurythmie, die die Eigenwahrnehmung und damit das Körpergefühl und das Gleichgewicht verbessern kann, sowie das ganze Spektrum der kreativen Therapien wie die Musiktherapie, die Mal- und Gestaltungstherapie und die Therapeutische Sprachgestaltung. Sie eröffnen Zugänge zu Körper und Seele abseits der intellektuellen Kontrolle und haben eben darum eine direkte und tiefe Wirkung.

9. Wie geht das Öldispersionsbad nach Junge?

Ein schönes Beispiel für eine äussere Anwendung ist das Öldispersionsbad nach Werner Junge. Dabei wird Öl durch einen speziellen, am Wasserhahn montierten Aufsatz dermassen fein in Wasser verwirbelt (dispergiert), dass es ganz leicht über die Haut aufgenommen werden kann. Je nach Bedarf kann man verschiedene Substanzen beifügen wie das stimmungsaufhellende Johanniskraut, die ausgleichende Zitronenmelisse, den durchblutungsfördernden Rosmarin oder den angstlösenden Lavendel. Steht kein Dispersionsapparat zur Verfügung, kann man das Öl mit 1 dl Rahm verschütteln und ins Badewasser geben. Weitere Informationen zum Öldispersionsbad finden Sie im Pflege-Vademecum.[i]

10. Was kann man gegen die vaginale Trockenheit tun?

Der Ausdruck ist irreführend, denn auch eine trockene Vagina ist immer noch feucht. Das Grundproblem liegt darin, dass die Haut und die Schleimhaut im Scheidenbereich ausdünnen und in der Folge weniger Feuchtigkeit produzieren. Dadurch nehmen die Elastizität und der Fettfilm ab, ebenso die Fähigkeit der Haut und der Schleimhaut, Flüssigkeit zu speichern. Es kommt zu einem trockenen Gefühl, zu Juckreiz und Brennen in der Vagina oder auch zu winzigen Rissen der Schleimhaut und zu leichten Blutungen.

Linderung verschaffen Gleitmittel, Feuchtigkeitscremes und bioidentische Hormone wie Estriol oder DHEA zur vaginalen Anwendung als Salbe oder Zäpfchen. Sie vermögen die vaginale Schleimhaut aufzubauen. Ganzheitlich sollte man aber immer auch an Lebensstilmassnahmen denken wie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr oder eine Stressreduktion.

11. Was hilft bei einem Mangel an Progesteron?

Das Gelbkörperhormon Progesteron ist ein wichtiges weibliches Sexualhormon, ohne das keine Schwangerschaft zustande kommen kann. Seine Abnahme in der frühen Perimenopause kann zu PMS-Symptomen und vielen klassischen Beschwerden der Wechseljahre führen, die sich mit vielen natürlichen Mitteln lindern lassen.

Mönchspfeffer: Die Beeren des Mönchspfeffers (Vitex agnus castus) wurde im Mittelalter als Gewürz und als Anaphrodisiakum (zur Dämpfung der Libido) verwendet. Heute weiss man, dass bestimmte Mönchspfefferwirkstoffe die Bildung von Progesteron anregen und einen gestörten Zyklus regulieren. Mönchspfeffer bewährt sich bei PMS-Symptomen wie Kopfschmerzen, Migräne, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Ödeme und Brustspannen.

Wilder Yams: Die seit alters als Nahrungsmittel und Heilpflanze genutzte Yamswurzel (Dioscorea villosa) ist reich an Diosgesin. Dieses pflanzliche Hormon ähnelt sehr dem menschlichen Progesteron. Yamswurzelpräparate lindern PMS-Symptome wie Kopfschmerzen, Migräne, Stimmungsschwankungen, Energiemangel, Schlafstörungen, Ödeme und Brustspannen. Apotheken stellen auch Magistralrezepturen von Yamswurzelcremen oder -lotionen her. Davon wird eine haselnussgrosse Menge auf die Brust oder dünne Hautstellen aufgetragen.

Schafgarbe: Die Scharfgarbe (Achillea millefolium) hat eine lange Tradition als Heilpflanze und ist ein unentbehrlicher Bestandteil von Bitterstoffpräparaten. Man kann sich die Schafgarbe als Tee, Tinktur, Tropfen, Tabletten, Salbe verabreichen oder das Kraut zu einem Leberwickel verwenden. Eine Video-Anleitung dazu finden Sie im Vademecum-Kanal auf YouTube.[ii] Die Scharfgarbe hat eine progesteronartige Wirkung. Sie fördert die Hormonregulation, die Verdauung, stärkt die Leber und unterstützt diese beim Abbau überschüssiger Hormone.

Johanniskraut: Das Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist hilfreich bei mittelgradigen Depressionen, Schlafstörungen, Hitzewallungen, Angst- und Spannungszuständen. Die Verabreichungsformen reichen von Ölauszügen, Tee, Tropfen, Tabletten bis zu Homöopathika und Anthroposophika. Johanniskraut wird allgemein gut vertragen, darf aber keinesfalls mit anderen Antidepressiva kombiniert werden, insbesondere nicht solchen aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI).

Bryophyllum pinnatum: Diese auch als Brutblatt, Keimzumpe, Kindlipflanze usw. bekannte Pflanze zeigt ein besonders vitales Gepräge: Sie pflanzt sich über «Babies» fort, die sich an ihren Blatträndern vollentwickelt ausbilden. Bryophyllum-Präparate wirken entspannend und beruhigend bei Schlafstörungen, Nervosität, Dünnhäutigkeit, Reizbarkeit sowie bei unruhigen Beinen (restless legs syndrome). Ein Plus: Bryophyllum pinnatum hat keinen sedierenden Effekt und birgt kein Abhängigkeitsrisiko.

Ackerschachtelhalm: Der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) wirkt als Tee oder in Tropfenform harntreibend und hilft, überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe abzuleiten. Diese Entwässerungswirkung hilft bei Ödemen. Dazu allerdings zwei Warnhinweise: Ackerschachtelhalm wirkt stark, so dass man die Dosis oft schon nach kurzer Zeit reduzieren sollte, ausserdem darf Ackerschachtelhalm nicht bei Nierenproblemen angewendet werden. – Positiv hervorzuheben ist ferner sein hoher Gehalt an Kieselsäure, der die Bildung von Kollagen und Elastin anregt. Ackerschachtelhalm kann schwaches Bindegewebe kräftigen, die Hautelastizität verbessern, brüchige Nägel stärken und den Haarwuchs fördern.

Zitronenmelisse: Die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) wirkt nicht direkt gegen Hitzewallungen, aber kann durch ihre beruhigende Wirkung das subjektive Empfinden der Wallungen mildern und die Stimmung ausgleichen. Verabreichungsformen: Tee, Tinktur, Trockenextrakt, Homöopathika.

Weitere Präparate: Das anthroposophische Heilmittel Hepatodoron® regt die Leber- und die Darmtätigkeit an. Die Stimulation der Stoffwechsels der Leber wirkt ausgleichend auf die Hormone. Das Mittel hilft bei Verstopfung, Blähungen und Schlafstörungen. Ebenfalls hilfreich ist bioidentisches mikronisiertes Progesteron, verfügbar als Kapseln oder Cremes.

12. Was hilft bei starken Blutungen in den Wechseljahren?

Jede Frauenärztin mit einer Zusatzausbildung in Anthroposophischer Medizin kann ein «Geheimrezept» verschreiben, das bei starken Blutungen in den Wechseljahren verblüffende Erfolge erzielen kann. Hier seine Ingredienzen:

  • Tormentilla radix (Blutwurz) 30% Dil (23-5x täglich 15 Tropfen)
  • Wala Tormentilla comp. globuli
  • Marmor D6/Stibium D6, ein anthroposophisches Arzneimittel bei Haut- und Schleimhautblutungen (3-5x täglich 1 MSP)
  • Schafgarbe
  • Hirtentäschel (Capsella)

13. Was hilft bei Östrogenmangel?

Auch zur Behandlung eines Östrogenmangels bzw. dadurch verursachter Beschwerden wie Wallungen, Herzklopfen, Schlafstörungen, Gelenkbeschwerden usw. kann man zu pflanzlichen Mitteln greifen. Wir beschränken uns auf drei Beispiele.

Traubensilberkerze: Cimicifugosid und weitere Inhaltsstoffe der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) greifen, ohne eine direkte hormonelle Wirkung zu entfalten, regulierend in den Östrogenhaushalt ein. Dadurch lindern sie klassische Östrogenmangelsymptome wie Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen – und dies, ohne das Brustkrebsrisiko zu erhöhen. Ein zusätzliches Plus für Frauen mit einer Osteopenie oder Osteoporose: Die Traubensilberkerze hat eine knochenschützende Wirkung. Sie verbessert nachweislich Biomarker des Knochenstoffwechsels und die Knochendichte.

Sibirischer Rhabarer: Der Sibirische Rhabarber (Rheum rhaponticum) wirkt über die selektive Bindung an β-Östrogenrezeptoren östrogenähnlich, ohne das Risiko für ein hormonabhängiges Tumorwachstum zu erhöhen. Er ist ein gut verträgliches Mittel zur Linderung von Östrogenmangelbeschwerden. Cremes mit Sibirischem Rhabarber lassen sich lokal und sicher in der Vagina anwenden.

Teufelskralle: Gelenkschmerzen zählen zu häufigen Symptomen bei Frauen in den Wechseljahren. Wenn die Ursache in einem Östrogenmangel liegt, ist die Teufelskralle (Harpagophytum) ein empfehlenswertes Mittel. Sein Wirkstoff Harpagosid hemmt Entzündungen und reduziert Schmerzen.

Weitere Präparate: Zudem gibt es anthroposophische, teils homöopathische Komplexmittel, die einen Progesteron- oder einen Östrogenmangel ausgleichen.

14. Was tun bei Schlafstörungen in den Wechseljahren?

Hormonell bedingte Schlafprobleme äussern sich vor allem in Durchschlafstörungen und einem frühen Erwachen. Hier kann es sich lohnen, gewisse Lebensgewohnheiten zu verändern. Das betrifft vor allem den Umgang mit der Elektronik. Gewöhnen Sie sich daran, das Handy abends frühzeitig ausschalten und wegzulegen. Vermeiden Sie es auch, sich abends in wach machendem Blaulicht aufzuhalten (LED-Leuchten, Bildschirme). Besser ist warmes Rotlicht mit seinem günstigen Einfluss auf den Melatoninstoffwechsel.

Lernen Sie auch, im Alltag zu entschleunigen. Vermeiden Sie nach 14 Uhr koffeinhaltige Getränke. Bevorzugen Sie abends serotoninfördernde Lebensmittel wie getrocknete Maulbeeren, Datteln, Mandeln oder Bananen. Noch ein ayurvedischer Tipp: Mondmilch mit Curcuma und Ashwaganda kann den Schlaf fördern.

15. Was haben Wechseljahresbeschwerden mit Stress zu tun?

Sehr viel. Alle Sexualhormone werden aus Cholesterin gebildet. Aus Cholesterin entsteht als erstes hormonelles Stoffwechselprodukt Pregnenolon. Pregnenolon und das daraus gebildete Progesteron bilden die zentrale Weiche zur Verzweigung in zwei unterschiedliche Hormonkaskaden:

  • Die eine Hormonkaskade sichert das Kurzzeitüberleben bei Gefahr durch die Produktion der Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Nordadrenalin. Stehen wir unter Dauerstress, ist diese Hormonkaskade permanent aktiv.
  • Die anderen Hormonkaskade bildet bei Entspannung die Sexualhormone, die die Körpersubstanz aufbauen und erhalten und uns ein Wohlgefühl vermitteln. Diese Hormonkaskade sorgt für das Langzeitüberleben.

Wir können mit unserem Lebensstil und speziell damit, wie wir mit unvermeidlichem Stress umgehen, wesentlich darüber mitentscheiden, welche Hormonkaskade wir aktivieren. Aus diesem Grunde helfen Yoga und andere achtsamkeitsbasierte Methoden, Vagus-Übungen, Heileurythmie, sanfte Rhythmische Massagen und gegebenenfalls Trauma-Therapien, die Hormonbildung in die Bahn der Wohlbefinden fördernden Hormonkaskade zu lenken.


[i] Öldispersionsbad mit Gold-Rose-Lavendel: https://www.pflege-vademecum.de/odb-grl-oel.php?highlight_words=%C3%96ldispersionsbad

[ii] Schafgarben-Leberwickel: https://www.youtube.com/watch?v=moYKf1QiW3s&t=1s

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Dieser Blogartikel entstand im Rahmen des Vortrags «Hitzewallungen und Neubeginn. Die Wechseljahre ganzheitlich begleiten» des Gesundheitsforums vom 24.06.2026.:
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Autor / Autorin

Text: Patrick Frei, Geprüft von: Anemone Hedtstück, Fachärztin für Frauenheilkunde, Oberärztin an der Klinik Arlesheim
Text: Patrick Frei, Geprüft von: Anemone Hedtstück, Fachärztin für Frauenheilkunde, Oberärztin an der Klinik Arlesheim
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